Das Haus

Über uns

Gelegen am Rande des idyllischen Windrather Tales bietet Haus Bucken derzeit 13 erwachsenen Menschen mit frühkindlichem Autismus ein Zuhause.

Die Wohnstätte und sein Arbeits- und Förderbereich sind umgeben von einem großen Garten und einem eigenen Forst, der das Holz für eigene Arbeitsprojekte liefert.

Haus Bucken wurde am 1. Oktober 1990 durch eine Elterninitiative gegründet. Erklärtes Ziel ist es, dass sich unsere Bewohner hier heimisch und wohlfühlen können und wir ihren spezifischen Anforderungen gerecht werden.

Bereits einige Jahre vor der Eröffnung des Wohnheims machten sich betroffene Eltern Gedanken über die weitere Zukunft ihrer damals bald erwachsen werdenden autistischen Kinder.
Sehr schnell wurde ihnen bewusst, dass nur das eigene, gemeinsame Engagement eine sichere Zukunft garantieren konnte.

Aus diesem Gedanken heraus wurde schließlich ein Elternverein gegründet, der zum Ziel hatte, ein geeignetes Wohnheim zu errichten, zu gestalten und dauerhaft eigenständig zu betreiben.

Nicht nur diesen sehr engagierten Eltern sondern auch zahlreichen großzügigen Spendern ist es zu verdanken , dass dieses ehrgeizige Projekt im Jahr 1990 verwirklicht werden konnte.

Heute nach 24 jährigem Bestehen, können wir sagen, dass wir unser Ziel erreicht haben.

An dieser Stelle bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Angehörigen, Mitarbeitenden und Spendern dafür, dass sie uns in all den zurückliegenden Jahren immer engagiert unterstützt haben.

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Der Tagesablauf an Werktagen

Von Montags bis Freitags beginnt um 08.00 Uhr der Frühdienst. Dieser bespricht die Vorkommnisse während der Nacht mit den Nachtwachen und trifft Vorbereitungen für den morgendlichen Ablauf.

Der Tag beginnt in den einzelnen Wohngruppen wie es innerhalb einer kleinen Familie üblich ist. Sämtliche Tätigkeiten werden unter Einbeziehung der BewohnerInnen durchgeführt. Der Einzelne erfährt Unterstützung und Begleitung in dem Maße, in dem er diese benötigt. Durch die Übernahme von lebenspraktischen Aufgaben, sowohl des persönlichen als auch des hauswirtschaftlichen Bereiches, soll die Selbständigkeit der BewohnerInnen gefördert werden.

Um 10.00 Uhr beginnt das Arbeitsangebot im eigenen Arbeits- und Förderbereich. Die BewohnerInnen verlassen das Haus und gehen zur „Arbeit“. Hierbei ist es nicht notwendig, daß die TeilnehmerInnen einer Arbeitsgruppe identisch mit den BewohnerInnen einer Wohngruppe sind. Vielmehr werden die Arbeitsgruppen gemäß den Fähigkeiten und Fertigkeiten der BewohnerInnen entsprechend zusammengesetzt. Diese Vorgehensweise verdeutlicht für den BewohnerInnnen eine klarere Unterscheidung zwischen Wohn- und Arbeitsgruppe. Zudem sind zwei Therapeuten (Kunst- und Ergotherapie) ausschließlich im Arbeits- und Förderbereich beschäftigt.

Mit folgenden Förder- und Arbeitsangebote sollen die BewohnerInnen gefördert werden:
Holzarbeiten, Gartenabeiten (in Einzelförderung)
Kunsttherapie (in Einzelförderung)
Musizieren (Einzel-, Gruppenförderung)
Kochen und Backen
Kreatives Gestalten (z.B. Malen mit Fingerfarben, Ausschneidearbeiten)
Entspannungs- und Atemübungen, sowie Übungen zur Verbesserung der Wahrnehmungsverarbeitung im Snoezelenbereich
Hauswirtschaftliche Tätigkeiten (in Einzelförderung)

Die Arbeit wird von einer Mittagspause unterbrochen. Das Mittagessen wird wieder innerhalb der Wohngruppen eingenommen. Anschließend ist Gelegenheit für die BewohnerInnen in ihren Zimmern zu ruhen. Für die MitarbeiterInnen des Frühdienstes ist dann Zeit zur Übergabe an die MitarbeiterInnen des Spätdienstes.

Um 14.00 Uhr beginnt die zweite Arbeitseinheit in den Arbeitsgruppen. Die zweite Einheit endet gegen 17.00 / 17.30 Uhr.

Die Abendzeit wird von den BewohnerInnen und MitarbeiterInnen gemeinsam innerhalb der Wohngruppen gestaltet oder im großen Wohnheimwohnzimmer, in dem musiziert wird. An einzelnen Abenden stehen auch Ausflüge in den umliegenden Städten auf dem Programm.

An jeweils einem Nachmittag in der Woche stehen ein Turnhallenbesuch und ein Schwimmbadbesuch auf dem Programm, um den BewohnerInnen die Möglichkeit der körperlichen Betätigung zu geben. Am Wochenende nehmen die meisten Bewohner beim heilpädagogischen Reiten auf einem benachbarten Reiterhof teil.

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Art und Umfang der Leistung

Unser Wohnheim bietet für erwachsene Menschen mit Autismus in unterschiedlichem Ausmaß Unterstützung in folgenden Bereichen an:

Hilfen zur Weiterentwicklung von Selbständigkeit im elemantaren Lebensbereich, z.B. bei Nahrungsaufnahme, Körperpflege und Toilettenhygiene.

Hilfen zur Weiterentwicklung von Selbständigkeit und Gruppenfähigkeit im Wohnbereich, z.B. Nahrungszubereitung, Wäschepflege, Raumpflege, Einkauf.

Hilfen zur Entwicklung bzw. Weiterentwicklung von Selbständigkeit im Arbeitsbereich entsprechend den Anlagen und Fähigkeiten der einzelnen BewohnerInnen, z.B. künstlerische Ausdrucksmöglichkeit, schreinern, gärtnern, gestalten.

Hilfen zur Gestaltung des Freizeitbereichs innerhalb und außerhalb der Einrichtung, z.B. Förderung familiärer und anderer sozialer Kontakte, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben, Unterstützung bei der Pflege von Hobbies sowie bei musischen und sportlichen Betätigungen.

Hilfen zur Erweiterung des Interessensspektrums in allen Lebensbereichen zur Überwindung von autismusspezifischen Beeinträchtigungen und Zwängen,
Hilfen zur Identitätsfindung, auch als Mann bzw. als Frau,
Hilfen zur Überwindung von Krisensituationen.

Art und Umfang der notwendigen Hilfeleistungen sind sehr unterschiedlich, je nach Kompetenz der Einzelnen, wobei das Maß der intellektuellen Beeinträchtigung keineswegs eine ausschlaggebende Rolle spielt. Viel wesentlicher sind autismusspezifische Hemmnisse und Zwänge.

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Hilfeziele

Die angestrebten Hilfeziele sind darauf gerichtet, den BewohnerInnen entsprechend ihren vorhandenen Anlagen und Fähigkeiten in allen Lebensbereichen größtmögliche Selbständigkeit, Selbstbestimmung, psychische Stabilität, soziale Integration und Zufriedenheit zu vermitteln.

Hierzu gehört u.a. im einzelnen:

Selbständigkeit im persönlichen Bereich sowie im Wohn-, Arbeits- und Freizeitbereich zu erlernen, Identitätsfindung, auch als Mann bzw. als Frau, Normen der sozialen Interaktion zu erkennen, andere Menschen zu tolerieren, das eigene Verhalten auf die Aktivitäten der Gruppe abzustimmen, den Tages- und Wochenrhythmus als Struktur zu übernehmen, sich außerhalb des Heims in den Einrichtungen des sozialen Umfeldes angemessen zu verhalten, für die eigene Freizeitgestaltung Aktivitäten/Tätigkeiten zu entwickeln, die nicht überwiegend stereotyp, selbststimulatorisch, zwanghaft sind, mit den eigenen Emotionen und Impulsen umgehen zu können; Wünsche und Bedürfnisse so zu äußern, dass sie von den anderen Menschen verstanden werden können; eigene Emotionen (z.B. auto- und fremdaggressive Impulse) im Hinblick auf den sozialen Kontext zu kontrollieren und ihnen nicht einfach nachzugeben ohne Rücksicht auf das soziale Umfeld, den Sinn von Arbeit zu erkennen, mit anderen zusammenzuarbeiten.

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